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Elektroschweißgerät kaufen

etwas Einfaches und Billiges soll es sein, deshalb soll es E-Handschweißen mit Stabelektroden werden. Ich mag keine Gasflaschen herumstehen haben, die immer dann leer sind, wenn man sie braucht, nämlich am Wochenende, wenn der Gashändler geschlossen ist.

Beim Stabelektroden-Schweissen braucht man Handfertigkeit, Materialkenntnis und Beobachtungsgabe. Stabelektroden-Schweissungen sind qualitativ den meisten anderen – oft bedeutend teureren – Schweiss-Verfahren überlegen, weil das Schweissgut oft eine höhere Festigkeit hat als das Grundmaterial.

Als ich im letzten Jahrhundert Schweißen gelernt habe, gab es nur eine kleine Auswahl an Elektroden. Mit der großen Auswahl an Elektroden heute kann man eigentlich alle Metalle und Legierungen verschweissen, vielleicht mit Ausnahme von Titan und Aluminium.

Schweißgeräte

Man unterscheidet zwei Typen von E-Handschweißgeräten.

Schweißtransformatoren

Das sind schwere aber sehr robuste Geräte, weil in ihrem Gehäuse ein massiger Transformator untergebracht ist. Bei Billiggeräten bestehen die Trafospulen nicht aus reinem Kupfer sondern aus Aluminium oder Metalllegierungen. Bei solchen Billigtransformatoren schwanken die Ausgangsspannung und der Arbeitsstrom im Schweißbetrieb sehr stark, was sich negativ auf die Schweißergebnisse auswirkt.

Inverterschweißgeräte

Das sind leichte Geräte, bei denen der Schweißstrom in Halbleitertechnik erzeugt wird. Der mit diesen Geräten erzeugte Lichtbogen ist besonders weich und die Elektroden gehen bei teureren Geräten mit Zündhilfen auch leichter los, was das Schweißen erleichtert.

Für Heimwerkeransprüche reichen Geräte in der Leistungsklasse bis 130-160 Ampere. Aus der höchstmöglichen Ampereeinstellung der Stromquelle folgt der größtmögliche Durchmesser der verschweissbaren Elektroden. Durchmesser der Elektrode = etwa Schweißstrom x 40. Bei 130 Ampere kann man noch 3,25 mm Elektroden verschweißen, was schon ganz ordentlich ist. Bei 180 Ampere kann man bis zu 4,0 mm Elektroden verwenden.

Die Einschaltdauer steht in Prozent auf dem Typenschild und sie bezieht sich auf fünf Minuten Betrieb. Wenn dort 60% angegeben sind, dann kann man drei Minuten schweißen, worauf sich das Gerät für zwei Minuten zum Abkühlen abschaltet. Bei 60% Einschaltdauer kann man “durchschweissen”, weil das Elektrodenwechseln und das Abschlagen der Schlacken gut 40% der Arbeitszeit ausmachen. Man kann häufig die Kühlung der Geräte noch mit einem zusätzlichen Lüfter auffrisieren.

Ein sehr wichtiges Merkmal ist die Leerlaufspannung, die manchmal auch Zündspannung genannt wird. Sie sollte mindestens 50V, besser 60V betragen, sonst macht das Schweißen keinen Spaß, weil die Elektrode nicht ordentlich losgeht.

Hier die Daten eines typischen Geräts in der 200-EUR-Klasse, das Defort DWI-200S.

Technische Daten:

  • Netzspannung 230 V / 50 Hz
  • Nennaufnahme 6,2 kW
  • Schweißstrom 10 – 200 A
  • Leerlaufspannung 78 V
  • Elektroden-Ø 1,6 – 4,0 mm
  • Absicherung 25 A
  • Gerätegewicht 6,10 kg

In Singapore habe ich günstig gesehen die C.Y.C. Geräte ARC 200 IGBT und ARC 250 IGBT. Diese Geräte sind in Asien sehr verbreitet, hergestellt in China, aber vertrieben unter verschiedenen Marken.

Es gibt die Geräte ARC-200G (1 Phase) sowie ARC250 und ARC400G (beide 3-phasig)

Für mich kommt nur das kleine Gerät in Frage, mit dem man schon sehr gut auch größere Arbeiten machen kann, d.h. Baustähl-Profile ST37-2 (= S235) bis Wandstärken von 6mm und mehr schweißen. Da kann ganze Industriehallen bauen, wenn man sich beim Schweißen Zeit lässt.

Hier die Daten:

Input Voltage AC230V±15%
Frequency (HZ) 50/60
Rated Input Current (A) 43.6
No-load Voltage (V) 56
Output Current Range (A) 10-200
Input Power Capacity (KVA) 6
Arc Force (A) keine
Duty Cycle (%) 60
No-Load Loss (W) 40
Efficiency (%) 80
Power Factor 0.73
Insulation Grade F
Housing Protection Grade IP21
Net Weight (kg) 9
Dimension (inch) 14.5*6*9

Zubehör

zwei stabile und robuste Schweisskabel für Erdung und Elektrodenhalter,
Schutzschild mit großem (!) Schweißglas,
Schlackenhammer,
Drahtbürste,
Schutzbrille,
Arbeitshandschuhe.

Über Stabelektroden-Schweißen

Mit Stabelektroden-Schweißen kann man nahezu alle Metalle verschweißen. Mit vielen Elektrodenschweißgeräten kann man auch WIG-Schweißen.

Hauptsächlich wird unter Gleichstrom geschweißt. Die Stabelektrode ist gleichzeitig Lichtbogenträger und Zusatzmaterial. Sie hat einen dem zu verschweißenden Material angepassten Kerndraht und eine Umhüllung. Die Umhüllung schützt das Schmelzbad vor Luftzutritt. Sie wird beim Abkühlen zur Schlacke, die man abschlägt. Die Schweißnaht kann man verschleifen

Stabelektroden

Bei der Stabelektrode unterscheidet man in Abhängigkeit der Umhüllung zwischen rutilen und  basischen Elektroden. Rutile sind einfacher und schöner zu schweißen.

Bitte beachten: Stabelektroden müssen immer trocken gelagert werden, evtl. muß man sie vor der Anwendung unter trockener Hitze trocknen, z.B. im Backofen bei 200 Grad.

Gefahren beim Elektroschweißen

Die größte Gefahr beim Elektroschweißen ist der elektrische Strom. Trotz der Begrenzung der an den Schweißgeräten vorhandenen Spannungen reichen diese Spannungen aus, in ungünstigen Situationen lebensgefährliche Verletzungen zu verursachen.

Deshalb ist es wichtig, dass der Schweißer auf seine Isolierung zum Boden, zum Schweißgerät und zum Werkstück achtet. Dies bedeutet, dass immer auf die intakte Isolierung der Schweißgeräte und des Schweißers selbst geachtet werden muss, am besten durch durch trockene und saubere Kleidung und möglichst durch zusätzliche Isoliermatten, wenn man auf dem Schweißstück steht.

Der Elektrodenhalter darf nicht auf dem Werkstück abgelegt werden, damit er nicht aus Versehen losgeht.

Also aufpassen, wenn man man beim Schweißen schwitzt, wie es in Singapore immer der Fall ist, sowie wenn man auf leitfähigem Boden steht, z. B. feuchte oder nasse Böden oder metallische Roste.

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Discussion

One thought on “Elektroschweißgerät kaufen

  1. Mit der großen Auswahl an Elektroden heute kann man eigentlich alle … elektroden.wordpress.com

    Posted by albinknoopk8 | July 29, 2015, 4:59 pm

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