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Heizen mit Elektrolyse-Wasserstoff

Da hat mir ein lieber Freund die folgende Seite zum Anschauen geschickt:

http://www.siegfriedtrebuch.com/freie-energie/heizen-mit-wasserstoff/

Die Idee ist die folgende. der Ölbrenner in der Heizung wird durch einen Wasserstoff-Brenner ersetzt. Der Wasserstoff wird aus der Elektrolyse von Wasser gewonnen. Die Elektrizität kommt aus der Steckdose oder vom Solardach.

Das geht rein technisch gesehen in der Tat.

Ob es sich rentiert, das hängt vor allem davon ab, wie teuer man den Strom einkauft.

Auf derselben Seite sind einige sehr gute Beiträge zu finden, unter anderem dieser hier, der von einem konkreten Beispiel ausgeht:

“Es hört sich auf den ersten Blick gut an. Wenn ich aber den Energieinhalt von einem Liter H zu dem von Diesel bzw. Heizöl vergleiche kommt die Ernüchterung. Wenn man nur die Massen vergleicht hört sich das natürlich gut an, wenn man allerdings die Energieinhalte vergleicht sieht dieses nicht mehr so gut aus.
http://www.leifiphysik.de/web_ph08_g8/musteraufgaben/08en_versorg/energietraeger/energietraeger_l.htm

1 Liter Diesel 35.000 Kj/L rund 10 Kwh/Liter

1 Liter H 10,8 Kj/L rund 0,003 Kwh/Liter

Das bedeutet das Diesel (Heizöl) rund 3.500 mal soviel Energie enthält wie Wasserstoff.

Wenn ich von einem Passivhaus von 100 qm ausgehe, benötige ich bei einem Wirkungsgrad der Einfachheit halber von 100 Prozent eine Energiemenge (30 Kwh pro qm) von 3.000 Kwh entspricht 300 Liter Öl, Kosten ca. 180 €.

Nach der Berechnung auf der Internetseite: 11 Liter pro Minute bei 1.400 Watt, ergeben sich in einer Stunde 660 Liter Wasserstoff, der Energieaufwand beträgt 1,4 Kwh.

Um das gleiche Haus mit Wasserstoff zu beheizen sind natürlich ebenso 3.000 Kwh pro Jahr anzusetzen, daraus ergeben sich 1.000.000 Liter Wasserstoff.
Zur Herstellung von 1.000.000 Liter Wasserstoff benötige ich 2.221 Kwh (1.000.000 L *1,4 Kwh/660L) laut Angaben dieser Internetseite. Wenn ich den Preis von zur Zeit 0,22 Kwh Elektroenergie zugrunde lege komme ich auf Kosten von 488 € also mehr als das 2,5-fache.

Du siehst also, das man solche Sachen immer hinterfragen muss, Physik lässt sich nicht austricksen.
Jetzt könntest du ja sagen, dass die Verbrennung von Wasserstoff natürlich sehr umweltschonend ist, da ja nur Wasser bei der Verbrennung entsteht. Du darfst aber eines nicht vergessen: wie wird denn Elektroenerie gewonnen? Zum geringsten Teil durch alternative Energien. Außerdem hat die Elektroenergie die schlechteste Ausnutzung, da nur ca. 30 Prozent der eingesetzten Primärenergie beim Endkunden ankommt.”

Wie gesagt, wenn man den Strom umsonst bekommt, dann rentiert es sich allemal.

Für alle anderen kommt eigentlich nur Solarstrom in Frage, den man am besten in Batterien speichert, weil man den Wasserstoff nicht vernünftig speichern kann. Man braucht eine Woche, zur Sicherheit, muß also etwa 70 kWh speichern. Eine Autobatterie mit 12V und 100Ah speicher 1,2 kWh,man braucht also etwa 60 große Autobatterien, um eine Woche ein Passivhaus zu heizen. Für eine solche Anlage braucht es auch ganz schön Solarpower, wenn man die die Batterien an einem Tag (= 6 Stunden) aufladen soll, das sind etwa 12 kW oder 120m2 Solarzellen.

Die Batterien kosten dann etwa 6,000 EUR und das Solardach mindestens nochmal das Doppelte, alles zusammen also 18,000 EUR allein für die Solarpower. Der Umbau des Heizbrenners kommt dann noch dazu und der Apparat zur Elektrolyse des Wassers.

Und das alles, um pro Jahr 180 EUR Öl einzusparen. Das macht nur Sinn, wenn die Solaranlage auch in ein Stromnetz einspeist und vielleicht noch subventioniert ist.

Dann ist das Ganze auch noch etwas explosionsgefährlich, das würde mich etwas stören. Andererseits kann man das auch sehr sicher gestalten.

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